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Taufregister Bretten 1649

Vermerk des neuen Pfarrers Johannes Traut über Friede, Rückgabe der Unterpfalz an den Pfalzgrafen sowie Wiedereinführung der reformierten Religion

Bretten, 6./16. Oktober 1649

Initium nostrum sit in Nomine
sanctissimae  Trinitatis1

Nachdem durch Gottes sonderbare Gnadt
der liebe Friede wider angangen undt die
unter Chur-Pfaltz2 an ihren Erb-Herrn, den
durchlauchtigsten hochgebornen Fürsten undt Herrn,
Herrn Carln Ludtwigen3 Pfaltzgraffen bei
Rhein, Churfürsten etcetera kommen, die wahre
Reformirte Religion auch wider eingeführt
worden, bin ich, Johannes Trautt4 von
Dieckenschiedt,5 auff dem Hundsrück gelegen,
der erste verordnete Kirchendiener alhie ge-
wesen. Bin ankommen den 6. Octobris Anno etcetera
 1649. Undt seindt nachfolgende Kinder
christlicher Ordnung nach getaufft worden.

 


1  Lat. = Unser Anfang sei in dem Namen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

2  Als Untere Pfalz (auch Unterpfalz, Rheinpfalz) wurden im 17. Jh. die rheinischen Gebiete des damaligen Kurfürstentums Pfalz bezeichnet; sie umfasste damals etwa die geografische Pfalz, Rheinhessen und Nordbaden mit den Residenzen Heidelberg, Mannheim und Schwetzingen.

3  Karl I. Ludwig (1617‒1680) aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher, war von 1649 bis zu seinem Tod Pfalzgraf und Kurfürst der Pfalz. Das berühmteste seiner 16 Kinder war Liselotte von der Pfalz.

4  Johannes Traut, (verst. 1659), Pfarrer und Inspektor in Bretten 1649‒1659 (Neu, Heinrich: Pfarrerbuch der evangelischen Kirche Badens von der Reformation bis zur Gegenwart, Band 2, Lahr 1939).

5  Dickenschied SIM.

Quelle Kirchenbuch Bretten, Taufen, Beerdigungen 1617/1620–1728/1812.
Original Landeskirchliches Archiv Karlsruhe, online bei Archion: https://www.archion.de/de/viewer/?no_cache=1&type=churchRegister&uid=261194